ZUGÄNGLICHKEITSFÜHRER BRÜGGE 2002
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Vorwort Damien Kinds Vorsitzender des Städtischen Rates für Behinderte
   
 

Zugänglichkeit ein Name der viele Sachen deckt. Es bleibt eine Realität, dass eine große Gruppe von Menschen, vor allem Behinderte, noch jeden Tag mit der Unzugänglichkeit vieler alltäglichen Lebensaspekte konfrontiert wird. Bis heute ist es noch immer keine Selbstverständlichkeit um als Behinderter - als taube oder blinde Person, als Rollstuhlfahrer - vom öffentlichen oder Privatdienstensangebot Gebrauch machen zu können. Zu oft wird entworfen, entwickelt, angeboten für den “durchschnittlichen" Menschen. Das wäre kein Problem, wenn dieser “durchschnittliche" Mensch von 30-40 Jahren her noch mit dem heutigen übereinstimmen würde. Der Bäcker um die Ecke, die Bibliothek, das Museum, die Schenke oder das Restaurant: heutzutage möchte die neue “durchschnittliche" Person von allen diesen Sachen Gebrauch machen, möchte er sie besuchen, möchte er sich an kulturellen Veranstaltungen beteiligen. Diejenige die keine Schwelle hinaufgehen können, die nur Blindenschrift lesen können oder die Gebärdensprache sprechen möchten heutzutage vollwertig an der Gesellschaft teilnehmen. Internationale Verträge legitimieren diesen Wunsch, obwohl die Praxis noch zu oft ein Beweis des Gegenteils ist.

Unzugänglichkeit steht der Segregation gleich, oder, in anderen Worten, damit man vollwertig teilnehmen könnte, soll die Dienstleistung und die geschlossene Ortschaft die entsprechenden Möglichkeiten anbieten und zugänglich sein.

Inwieweit gibt es in Brügge Schwellen, die dem Rollstuhlfahrer den Zutritt verwehren? Bekommt die blinde Person eine Speisekarte in Blindenschrift? Inwieweit wird eine taube Person in seiner eigenen (Gebärden)sprache angesprochen? Für den Städtischen Rat für Behinderte (*) war das Kartieren der Zugänglichkeit und Verwendbarkeit für Behinderte der Ausgangspunkt dieses Führers. Und der Anlass war die Tatsache, dass Brügge kulturelle Hauptstadt Europas ist in 2002. Der Führer der Stadt Leipzig war unser Vorbild.

Genaue und vollständige Information wird es den Behinderten ermöglichen selbst zu folgern wie und wo sie hineingehen können Es ist klar, dass die Waage momentan ausschlägt in die Richtung der Unzugänglichkeit. Es bleibt jedoch das Ziel des Städtischen Rates um die Waage in die andere Richtung ausschlagen zu lassen. Als Initiator dieses Führers betrachtet der Städtischen Rat für Behinderte diese Broschüre nicht als ein Endpunkt. Die gesammelte Zugänglichkeitsinformation sollte auf dem neuesten Stand gehalten werden, und in Zukunft integriert werden in bestehenden Führern, Prospekten, Programmheften usw., so dass die neue durchschnittliche Person sich der für ihn relevanten Information Zugang verschaffen kann.

Trotzdem ist der Städtischen Rat ganz zufrieden mit dem erreichten Ergebnis. Wir bedanken uns ganz aufrichtig bei den Mitarbeitern, möchten aber auch Herrn André Carpels, ehemaligen Vize Vorsitzenden des Städtischen Rates, postum huldigen Als begeisterter Mitarbeiter dieses Projekts hat er das Endergebnis nicht erleben können, da er am 27. September 2001 gestorben ist.

Damien Kinds Vorsitzender des Städtischen Rates für Behinderte

(*) Der Städtischen Rat für Behinderte ist das offizielle Beratungsgremium mit Bezug auf die Behindertenpolitik der Stadt Brügge, gegründet 1978. Das Gremium hat sich von Anfang an für eine bessere Zugänglichkeit der Stadt eingesetzt, was ein paar ins Auge fallende und mehrere weniger erkennbare Verbesserungen zugunsten der Behinderten zur Folge hatte. Die Arbeitsweise wird gekennzeichnet durch Leidenschaft, Entschlossenheit und Sachkenntnis.


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